Oil of England – Münchens Chance im Derby Italiano

Der Crack aus dem Stall von Michael Figge zu Gast in Rom

News | 15.05.2014 – Es ist das wichtigste Rennen Italiens, das Derby Italiano, welches am Sonntag auf der Rennbahn Rom-Capanelle ausgetragen wird. Mit dabei ist ein Starter aus der Münchner Trainingszentrale, denn Michael Figge schickt Oil of England mit Thierry Thulliez an den Start und rechnet sich Chancen auf eine gute Prämie aus.

Oil of England – Münchens Chance im Derby Italiano

Kommt man an die Box von Oil of England, so sieht man einen kräftigen, großrahmigen, athletischen und vor allem neugierigen dreijährigen Hengst der mit seinem auffällig gezeichneten Gesicht sofort sympathisch wirkt. Sein Trainer Michael Figge bestätigt den ersten Eindruck und schwärmt von dem Lord of England-Sohn. Unkompliziert sei er, ein optimales Reisepferd, der sich schnell an die neue Umgebung gewöhnt.
In den Stall gekommen ist Oil of England, der vom schweizerischen Gestüt Bergwangerhof gezüchtet wurde bereits als Jährling. Zweijährig hatte er sich so gut angeboten, dass der Rennstall LA ein Angebot abgab und auch den Zuschlag bekam. Die großen Hoffnungen die man in den Hengst hatte bestätigten sich bereits beim ersten Start als Zweijähriger, denn Oil of England belegte einen starken Ehrenplatz in Chantilly. Mit diesem Ergebnis im Rücken folgte ein Start in Iffezheim, wo er als Mitfavorit etwas hinter den Erwartungen geblieben war. Dennoch wagte man zum Saisonabschluss den Sprung in den Preis des Winterfavoriten auf der Heimatbahn in München und hier stellte der Hengst die Form richtig, belegte Rang fünf nur knapp hinter Magic Artist aus dem Stall Salzburg.
Über den Winter entwickelte er sich optimal und so war eigentlich als Start in die Saison ein Auftritt vor dem Riemer Publikum am 9. April angedacht worden, der aufgrund der Renntags-Absage aber ins Wasser fiel. Das Saisondebüt beendete Oil of England in Frankfurt auf Rang vier, wobei er kurz vor dem Rennen ein Eisen verloren hatte und noch neu beschlagen werden musste. So ging Figge mit seinem Parade-Dreijährigen optimistisch nach Saint-Cloud, wo die Generalprobe für das Derby italiano mit einem hervorragenden zweiten Rang endete. Thierry Thulliez sein Jockey zeigte sich nach dem Start sehr angetan und konnte sofort für den Ritt am kommenden Sonntag in Rom verpflichtet werden. Aufgewertet wurde das Laufen in Saint-Cloud nur wenig später denn der Drittplatzierte dieses Rennens Carlingari siegte zuletzt gegen starke Konkurrenz, sodass sich Michael Figge auch für das Derby Italiano sehr optimistisch zeigt und einen dritten Rang als das erklärte Ziel ausgibt. Hauptkontrahenten auf der italienischen Top-Bahn werden Sopran Nicolo mit Frankie Dettori und Dylan Mouth sein, die beide noch ungeschlagen sind. Vor der Starterangabe am Freitag sind noch 18 Pferde startberechtigt.

Das Abenteuer Derby Italiano beginnt am Tag der Starterangabe.  Gegen Abend setzt sich der Transporter in Bewegung der den Oil of England-Sohn am Samstag gegen Mittag auf der Bahn von Capanelle abliefern wird. Dort wird er bis zum Start von seiner Pflegerin gehegt und gepflegt und auch des Nachts bewacht, damit es keine ungebetenen Besucher gibt.

Auf die Rennpreissituation im italienischen Rennsport angesprochen gibt sich Figge sehr entspannt. So wurden die Gewinne aus den Klassikern innerhalb von drei Monaten bezahlt und aus 2013 könne er keine Außenstände verzeichnen, sodass er auch für den Fall einer Prämie in Rom mit einer baldigen Auszahlung rechne.

Generell ist der Münchner Trainer mit seinem bisherigen Saisonverlauf zufrieden, auch wenn es vor Ostern nicht so gut gelaufen sei. Seit den Ostertagen jedoch sei der Knoten geplatzt und so hält man an den großen Plänen für die Aushängeschilder des Stalles fest.
Feuerblitz, italienischer Derby-Sieger 2012 wird ein Engagement am 1.06. in Baden-Baden wahrnehmen wo er im Großen Preis der Badischen Unternehmer (Gr.II) auf starke Konkurrenz treffen wird.
Superplex sei ebenfalls in bester Verfassung und für einen Start auf Listen-Ebene am 24.05. in Bordeaux vorgesehen.

Auf die Tatsache angesprochen, dass 50 % seiner Starter nicht in Deutschland engagiert seien, gibt Figge zu bedenken, dass dies im Wesentlichen auf die Rennpreissituation in Deutschland zurückzuführen sei und ein moderner Besitzer erwarte, dass sein Pferd den Möglichkeiten entsprechend optimal eingesetzt wird.
Widerstehen konnte Figge den Angeboten zu einem Wechsel nach Baden-Baden oder Köln, wenngleich er die Alternativen als sehr reizvoll angesehen hat. Allerdings sei er mit den derzeitigen Trainingsbedingungen vor Ort sehr zufrieden und München schließlich seine Heimat.

Beim abschließenden Foto-Termin zeigte sich der Derby-Starter mit dem man noch großes vor hat gut gelaunt und sehr routiniert. Gefehlt hat eigentlich nur der Lorbeer-Kranz mit dem blauen Band, aber den kann er sich ja dann am Sonntag holen!

Bildquelle: Münchener Rennverein