Tamara Hofer - zurück in München

Zurück in Deutschland will "Tami" wieder im Sattel punkten

Blog | 27.04.2017 – Ein bekanntes Gesicht kann man in München-Riem wieder treffen, denn Tamara Hofer die ihre Lehrzeit mit vielen feinen Siegen im Stall von Werner Glanz absolviert hat, ist zurück in Deutschland.

Tamara Hofer - zurück in MünchenTamara Hofer - zurück in München

Ende der Saison 2015 gab Tami, wie sie auf der Rennbahn gerufen wird für viel etwas überraschend bekannt, ins Ausland zu wechseln. Gewöhnliche Ziele unter jungen Jockeys sind Frankreich oder England, wenn es sehr weit geht, dann in die USA. Bei Hofer viel die Entscheidung dagegen auf ein eher ungewöhnliches Land. Die junge Erdingerin entschied sich für einen einjährigen Aufenthalt in Chile und damit für eine Station in Südamerika, wo Galopprennsport eine sehr große Rolle spielt.

Auf den Bahnen des Landes werden bis zu fünfmal die Woche Rennen ausgetragen, wobei eine Rennveranstaltung bis zu 22 Rennen die Regel sind. Wetten ist populär, sodass die Rennpreise in Chile nahezu deutsches Niveau erreichen. Noch interessanter wird diese Tatsache wenn man bedenkt, dass die Haltung eines Pferdes in Chile gerade einmal die Hälfte des deutschen Unterhalts kostet.

Bei Trainer Guillermo Aguirre, der ein Lot von ca. 50 Pferden in Pirque 40 Kilometer von der Hauptstadt Santiago entfernt betreut, erhielt die Deutsche einen Arbeitsvertrag und die Berechtigung für ein Visum das auf ein Jahr begrenzt war. Tami mutierte schnell zur Sehenswürdigkeit, wurde von den ausschließlich männlichen Kollegen stark beäugt und nicht immer ganz ernst genommen. Dies ändert sich dann allerdings ganz schnell mit dem ersten Rennen, welches sie nach einer neuerlichen Lizenzprüfung (die deutsche Lizenz wurde nicht anerkannt, da man in Chile erst mit 60 Siegen Profi wird) absolvierte. Gleich mit dem ersten Ritt landete die junge Deutsche den ersten überlegenen Sieg. Sie war so nervös, dass sie nicht zu reiten aufhören konnte. Anschließend endete sich für Hofer einiges, denn ihr engagierter Manager besorgte sehr gute Ritte und so folgten auf den ersten noch 14 weitere Treffer bei insgesamt 130 Sattelauftritten.

Besonders stolz ist Tamara, dass sie sich während ihres Aufenthalts in Chile das Reiten ohne Sattel stark verbessert hat. Pferde in Chile werden in der Arbeit grundsätzlich ohne Sattel geritten werden, was sehr beeindruckend ist, da man als Reiter so einen direkten Kontakt zum Pferd hat und jeden einzelnen Muskel spüren kann. Verbessert hat sich aber auch ihr Durchsetzungsvermögen im Rennen, denn in Chile werden die Leistungsprüfungen hart geritten und feige darf man in keinem Moment sein.

Nach ihrer Rückkehr ist Tamara Hofer nun am Stall von John Hillis beschäftigt. Befragt nach den Plänen für diese Saison erklärt Hofer, dass sie möglichst oft Rennen reiten will, wobei sie schon für Ritte ab 52 kg gebucht werden kann. Nach ihren Stärken erfragt erklärt sie:
„Ich habe viele fremde Pferde geritten, bin deutlich flexibler geworden und bin so durch nichts mehr zu überraschen. Meine reiterliche Reife und die Routine in schwierigen Situationen hat deutlich zugenommen. Nun möchte ich diese Erfahrungen auch in Deutschland zeigen und freue mich auf jeden Ritt der mir angeboten wird.!“

Bildquelle: Lajos-Eric Balogh / turfstock.com

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